Bley, Werner
geboren 15.06.1897 in Hamburg
gestorben 07.11.1974 in Hamburg
Maler und Graphiker

(Vater Fritz B. – Lehrer, Mutter Martha, geb. Zapf, Geschwister Anni und Erich)

   
ab 1915 Nach Besuch der Realschule Weidenstieg (HH) Studium an der KGew.-Schule „Am Lerchenfeld“ in Hamburg bei Arthur Illies und Julius Wohlers
1916 bis 1918 Kriegsdienst an Ost- und Westfront: Rumänien, verwundet in russischer Gefangenschaft (Bewachung von Bienenstöcken in einsamen Schluchten bei Saratow – Naturerlebnis als Anregung für spätere Russlandbilder), mehrwöchige Flucht nach Waffenstillstand, danach Fronteinsatz in Flandern bis Kapitulation (Motive belg. Landschaft für spätere Zinkätzungen), kritische Einstellung zu Krieg und Militär fand Ausdruck im Verhalten zum späteren NS-Staat.
1918

Rückkehr an die KGew.-Schule
wesentliche Reifung jedoch als Autodidakt, Auseinandersetzung mit expressionistischen Stilen (Kubismus), keine einseitige Festlegung und Programmierung, Begabung und Talent ermöglichten ihm Vielseitigkeit in Thematik, Stil, Material, Duktus und Unabhängigkeit von trendbestimmten Einflüssen, Entscheidungen wurden vom Motiv aus getroffen. Bereits während des Studiums neben Ölmalerei und Zeichnungen auch Druckgraphiken (Zinkätzung, Kaltnadel) bis zum Spätwerk über 100 Motive (auch Linolschnitt und Steindruck)

1924 Abkehr von der Zinkätzung zugunsten der Kaltnadel wegen ihrer unmittelbaren und persönlicheren Bearbeitung. Auch beim Druckvorgang verließ Bley sich mehr auf die eigene Hand als auf den Lohndruck, um vor allem seine Vorstellungen von der Tief- und Hochdruck-Kombination realisieren zu können.
1926 Mitglied des Hamburger Künstlervereins von 1832 (HKÜV) und
Hamburger Kunstvereins (KVH)
1927 Heirat mit der Lehrerin Elsa Iburg
ab 1927 deutsche Nordseeküste werkbestimmendes Studiengebiet; Fasziniert von den Licht-Luft-Wasser-Stimmungen über der linkselbischen Wattlandschaft entschied sich Bley erstmals für
Aquarellfarben, die er in einer ihm eigenen lasierenden Naß-in-Naß-Technik auf dieselichterfüllte Atmosphäre mit ihren niedrigen Horizonten (Elbmündung), aber auch auf die lichtspiegelnden Dünenhänge (Insel Amrum) verwandte. So entstanden in großformatiger Freilichtmalerei zahlreiche meisterliche Aquarelle, deren nuancenreiche Palette er ohne Vorzeichnung und Korrektur in raschem und zügigem Vollzug auf das Papier zu setzen wusste.
1929

Geburt des Sohnes Bernd Ulrich
Einzug ins Atelier in Hamburg-Eppendorf (Breitenfelder Str. 76); Nach negativen Erfahrungen mit Kunsthandel Verkäufe nur im Atelier ( Porträtaufträge) und auf Ausstellungen;

Beschaffung einer Druckpresse für das 1929 bezogene Atelier in Hamburg-Eppendorf;

1930er Jahre Lehrtätigkeit: Aktkurse im eigenen Atelier;
1930 bis 1945 Griffelkunstvereinigung Hamburg-Langenhorn bezog 35 Arbeiten für Wahlausstellungen (Folgen 17, 30, 51-53, 67, 78).
1934 Frühe Reisen Weserbergland, Schlesien, Wilster-Marsch, mit Kollegen nach Bayern,
1936 trotz ausdrücklicher Ablehnung militärischer und politischer Themen Auftrag für Kaserne in Hamburg-Osdorf (Triptychon Öl/Leinwand mit neutralen Motiven, bei Bombenangriff
zerstört) Reise mit R. Fredderich in die Eifel.
bis 1939 jährlich mehrwöchige Reisen nach Duhnen/Cuxhaven, Insel Neuwerk, Scharhörn, Eiderstedt, Sylt;
1939 Bei Kriegsausbruch Soldat
1940 Entlassung aus gesundheitlichen Gründen
1940er Jahre Reisen nach Schobüll bei Husum
1944 Erneute Einberufung durch Auftrag der Kulturbehörde (Dokumentation noch unzerstörter Hamburger Kirchen) abgewendet; Kohlezeichnungen und Ölbild der St. Johannis-Kirche zu Eppendorf (1945), Steindruck mit Choransicht nach dem Krieg vollendet.
1940 bis 1945 Atelier während des Bombenkriegs stark beschädigt, aber erhalten, desgl. Bilder im hauseigenen Luftschutzkeller
1940 bis 1951 Lehrtätigkeiten: Berufung an die Meisterschule für Mode in Hamburg (Akt, Anatomie, Porträt, Gewandstudien), Dozent an der Volkshochschule (von dort zahlreiche figürliche Zeichnungen im Nachlaß), Lehrer an Gymnasien.
ab 1946 nach kriegsbedingter Unterbrechung fast ausschliesslich auf Amrum tätig.
ab 1954 nach jahrelanger Devisenbewirtschaftung auch grenzüberschreitende Reisen möglich: mit Kollegen Belgien und Holland (1954), Italien-Rom, Capri (1955), Frankreich – Provence (1956), Sardinien (1957), Elba (1959), mehrere Aufenthalte in Italien-Sorrent, Pompeji, Norditalien, Rom (1960-1963), Dolomiten und Verona (1964), Venedig (1967)
1972 Erstellung von Werkverzeichnissen für Ölbilder und Aquarelle von W.B. selbst, posthum für Zeichnungen und Druckgraphiken von Sohn Bernd, der den Nachlaß heute im Atelier von 1929
in der Breitenfelder Str. 76, 20251 Hamburg, betreut.
   
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Pril mit Priggen und Schute bei Neuwerk
Aquarell (62 x 47 cm), 1939
Schlieker-Werft mit gelben Kränen (Hamburg)
Öl auf Papier, 1960